Roberts Kolumne

Roberts Kolumne ist eine Kolumne im klassischen Sinne, mit der Möglichkeit, „Leserbriefe“ zu hinterlassen: Definitiv subjektiv, sanft satirisch und gerne auch mal populistisch.

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Bundestrojaner ausgebremst

Eingestellt am 07. Februar 2007 um 00:04 Uhr » Netz-Notizen Sicherheit Gesellschaft Medien und Informationen

Es war für viele die Meldung des Montags: Der Bundesgerichtshof (BGH) verbietet Online-Durchsuchungen (Fahnder offline), da sie nicht zur Strafprozessordnung konform sind. Dann wird halt dieses Gesetz geändert, denkt sich der Bürger und der Politiker (Schäuble heizt Debatte um Online-Durchsuchung an) bestätigt (BKA-Chef hält Online-Durchsuchungen für dringend erforderlich) ihn darin. Der Hacker hingegen fragt sich immer noch, wie denn die Polizei durch sein Honeynet zum eigenen Rechner, auf dem Betriebssysteme laufen, für die es seit Jahren keine Remotelücken gibt, kommen will. Dies sind allerdings nur Nebenschauplätze der eigentlichen Diskussion, was denn zur Privatsphäre gehöre.

Mein Pressespiegel soll denn auch nur einen kleinen Überblick über die mediale Berichterstattung geben, zumal die erhältlichen Informationen alle recht ähnlich sind:

Der 3. Senat des BGH vergleicht eine Online-Durchsuchung von der Schwere des Eingriffs in die Privatsphäre mit dem großen Lauschangriff oder gar einer Wohraumüberwachung. Von daher mag die Schätzung des BKA-Chefs sogar stimmen, dass der Bundestrojaner nur 0,1% Bevölkerung, also 80000 Menschen, beträfe. Nur so wenig Internetkriminelle soll es in Deutschland geben? Entwickelt wird der Bundestrojaner nach Angaben des Bundesinnenministeriums von 2 Beamten und einem Büdget von 200000¤, das entspricht Stückkosten von gerade einmal 2,5¤ – professionelle Spyware ist wahrscheinlich nicht teurer.

Apropos Spyware: Während die einen (wer sonst: die Grünen) Zypries und Schäuble beim „Hacken“ erwischen, halten ihnen andere Stasimethoden, mit denen sie sich auf gleiche Ebene wie Cracker begeben vor; und letztere haben wirklich Ahnung vom Hacken. An einigen Ecken wird im Zusammenhang mit dem Problem, wie denn der Trojaner auf den Rechner eines „Verdächtigen“ käme, die Sorge geäußert, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI ) zukünftig keine Sicherheitstipps mehr gäbe, weil dies sonst „Behinderung von Polizeiarbeit“ wäre? Die Frankfurter Rundschau mutmaßte denn auch am Dienstag, dass der Bundestrojaner z.B. mit Hilfe einer Software zur Steuererklärung (etwa Elster Formular?) auf den Rechner kommen könnte; dies ist eine sehr interessante Idee, da in Zukunft mehr Steuererklärungen online abgegeben werden sollen.

Oder ist dies alles nur ein großer Hoax?


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