Roberts Kolumne

Roberts Kolumne ist eine Kolumne im klassischen Sinne, mit der Möglichkeit, „Leserbriefe“ zu hinterlassen: Definitiv subjektiv, sanft satirisch und gerne auch mal populistisch.

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StudiVZ außer Rand und Band

Eingestellt am 17. März 2007 um 16:42 Uhr » Netz-Notizen Kommentar Wer braucht so etwas? Gesellschaft Medien und Informationen

Neue AGB beim StudiVZ

Nach diversen Problemen mit der Privatsphäre der Mitglieder und einigen Hackangriffen hat das StudiVZ nun neue AGB, die wieder für mächtig Wirbel sorgen: Wer kein Student ist oder unwahre Angaben in seinem Profil hat, soll eine Vertragsstrafe zahlen und eine Unterlassungserklärung unterzeichnen; die rechtliche Wirksamkeit solcher Klauseln wurde denn auch heiß diskutiert und das StudiVZ wäre nicht das StudiVZ, wenn es eine super (peinliche) Ausrede parat hätte: Die Klauseln zur Ehrlichkeitspflicht und Vertragsstrafe seien nicht überraschend, da sie Fett gedruckt sein. Jörg-Olaf von YAMB.BETA² geht jedenfalls so weit, in den neuen AGB sogar einen möglichen Abmahngrund gegenüber dem VZ zu sehen.

Meine These ist ja, dass die neuen AGB ein geschickter Schachzug sind, den Wert der eigenen Mitgliederbasis zu optimieren: Mit den neuen Passworten nach dem Hack konnten die Profile aufgeräumt werden, mit den AGB wird ein gewisses Drohpotenzial aufgebaut: Einerseits wird durch die explizite und strafbewehrte Einschränkung des Nutzerkreises auf Studenten die Zielgruppe eingegrenzt, andererseits sorgt die Drohung mit der Vertragsstrafe dafür, dass Fake-Accounts und unwahre Angaben verschwinden. Wenn sich ein so gesäubertes VZ nicht viel besser bei Werbekunden anbieten lassen kann. Weiterhin werden wohl kritische Geister auf diese Art und Weise vertrieben. Was will man also mehr?

Deine „privaten“ StudiVZ-Nachrichten

Mitlesen! Genau das will man mehr: Im Lawblog vom Rechtsanwalt Udo Vetter wird genüsslich die Datenschutzerklärung des Ladens seziert: Angeblich behält sich das auch als StasiVZ bezeichnete Studentenverzeichnis das Recht vor, deine ganz privaten Meldungen zu lesen, falls „der akute Verdacht besteht, dass die AGB nicht eingehalten werden oder unzulässige Inhalte über die Plattform verbreitet werden, diese Nachrichten einsehen können.“ Was mittlerweile schon alles für Verstöße gegen Grundrechte herhalten muss ist schon erschreckend.

Schlusswort

Ja, so kuschelig ist unsere Studenten-WG mittlerweile, wie im richtigen Leben: Teure Rechtsstreits sowie „Guck und Horch“, also die optimale Verbindung (Wieder-) Vereinigung aus West (Kapitalismus) und Ost (Stasi-Methoden). Das hätte sich Erich Mielke wohl nie träumen lassen, dass sich Bürger freiwillig „nackig“ machen. Naja, der Don von der Blogbar hatte angesichts des „Elends“ gestern genau den richtigen Plan: Ein paar Anmerkungen zu den AGB und dann eine Runde ins Freie. Ein bisschen Frischluft könnte notorischen StudiVZ-Mitgliedern und „Ihr-Bösen-Neidblogger-macht-unser-Spielzeug-kaputt-Bashern“ auch ganz gut tun. Damit möchte auch ich mich ins Wochenende verabschieden und sagt hinterher nicht, dass ihr von nichts wusstet.


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